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Stiftung Warentest prüft Babytragen & -tücher: 4 Modelle fallen durch

Die Stiftung Warentest hat Tragesysteme und Babytragetücher getestet. Ergebnis: Nicht in allen Modellen sitzen Kinder sicher. Vier Modelle erhielten gar die Note "mangelhaft": Aus zwei Tragen können Kinder herausfallen und zwei andere Modelle enthalten sehr hohe Mengen an Schadstoffen. Als Testsieger gingen die Manduca XT, die Hoppediz Nabaca Regular sowie das Tragetuch Amazonas Carry Sling hervor.

Stiftung Warentest Babytragen

Babys tragen: viele Vorteile für Eltern und Kind

In der Evolution ist der menschliche Säugling ein Tragling. Hebammen empfehlen daher, Babys im wahrsten Sinne des Wortes durch ihre ersten Lebensmonate zu tragen. Neben positiven Effekten des Eltern-Kind-Bondings unterstützt die richtige Tragehaltung die gesunde Ausbildung der Hüfte. „Eine gesunde Hüfte im Kindesalter ist die Grundlage für ein schmerzfreies Leben im Alter“, sagt Professor Dr. Dr. Werner Siebert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie.

In der Ausgabe 1/2020 hat die Stiftung Warentest sieben Vollschnallen- und vier Halbschnallen-Tragen sowie vier Babytragetücher geprüft. Dabei haben Experten überprüft, ob sie eltern- und kindgerecht gestaltet sind. Die meisten Modelle erhielten eine gute Bewertung. Bei zwei Modellen wurden hohe Schadstoffwerte festgestellt und aus zwei anderen Tragen könnten Kinder sogar herausfallen. Getestet wurden die europäischen Normen für Kindertragen ohne Gestell sowie Babytragetücher. Folgende Aspekte wurden geprüft: Kind- und elterngerechte Gestaltung, Handhabung, Sicherheit, Haltbarkeit und Schadstoffe.

Haltung: Babykopf und Babybeine brauchen Stütze

Eine gute Beinhaltung (Anhock-Spreizstellung) gewährleisten die Modelle Cybex Maira.tie, Hoppediz Nabaca Regular, Kokadi Flip Größe Baby sowie die vier getestenen Tücher Didymos Prima, Amazonas Carry Sling, Manduca Sling und Moby Wrap Classic. Nicht so gut schnitten die Babybjörn One (Note 4,6), die Fillikid Walk (Note 4,6) und die Lictin LBC2 (Note) 4,0) ab - sie verfügen über ungünstige Sitzstege.

Sogenannte „ungünstige Sitzstege“ verfügen dagegen die Babybjörn One (Note 4,6), die Fillikid Walk (Note 4,6) und die Lictin LBC2 (Note) 4,0). Außerdem lassen sie sich nicht individuell anpassen. Die Beinchen der Babys hängen unter Umständen ungestützt herunter, in der Haltung drückt der Hüftkopf in die unreife Gelenkpfanne und kann sie verformen.

Mangelhafte Modelle

Bei der Prüfung auf Schadstoffe wurden die Grenzwerte für Spielzeug für Kinder unter drei Jahren angelegt. In der Fillikid-Trage fanden die Tester Formaldehyd. Es kann die Haut reizen und Allergien auslösen. In der Stokke-Trage MyCarrier wurden zwei verschiedene, vermutlich krebserzeugende Flammschutzmittel nachgewiesen. Riskant sind auch die Halbschnallen-Tragen Fidella Flyclick (Note 5,0) und Limas Babytrage (Note 5,0): Die Schultergurte können in Rückenposition von den Schultern rutschen. Das Kind stürzt dann ungebremst zu Boden. Andere Tragen verhindern das mithilfe eines Brustgurts. In Reaktion darauf legen Fidella und Limas nun ebenfalls Brustgurte bei. KundInnen, die schon eine solche Trage besitzen, erhalten nachträglich einen kostenlosen Gurt zum Nachrüsten.

Die Testsieger

Als Testsieger wurde bei den Vollschnallen-Tragen die Manduca XT (Note 2,0), die es für 159 Euro gibt, und bei den Halbschnallen die Hoppediz Nabaca Regular (Note 1,9) gekürt. Unter den vier getesteten Tragetücher, die das Gesamturteil „Gut“ erhielten, ging die Amazonas Carry Sling (Note 1,7), das für etwa 50 Euro erhältlich ist, als Testsieger hervor.

Stiftung Warentest Babytragen
© Amazonas "Carry Sling"

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